Grundsätzlich wird man nicht ohne gewisse Arbeitsmittel auskommen.
Man kann es sich eben leicht oder schwer machen. Natürlich ist es auch eine Frage der Geldmittel da nicht immer alle Tools kostenlos sind.

Als ich auf die ersten Probleme mit MPLAB gestoßen bin hab ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht und dabei einige Erkenntnisse gefunden.

Das ultimative Tool das perfekt ist und alles kann gibt es nicht.

Im folgenden liste ich einfach Programme, Tools und Software auf und kommentiere meine persönlichen Erfahrungen damit. Und zwar ganz unabhängig davon ob das Tool etwas kostet oder nicht. Wo und wie man die Tools herbekommt überlasse ich jedem selbst. Oft gibt es Testversionen bzw. ist das eine oder andere Programm kostenlos verfügbar.

 

Lochmaster

Ist eine Software mit der man recht einfach Lochraster-Platinen planen kann.
Es können Bauteile platziert, Leiterbahnen verlegt und Lötpunkte eingezeichnet werden.
Ich denke dass das größte Problem bei Lochraster-Platinen meist ist dass unterschätzt wird, dass Bauteile sowie Leiterbahnen einen gewissen Platz benötigen. Entweder man nimmt für eine kleine Schaltung eine Platine die mehr als groß genug dafür ist (man gerät immer wieder in Situationen wo dann plötzlich doch noch wo eine Leiterbahn mehr ist als gedacht oder ein Bauteil keinen Platz hat), oder man plant die Platine gescheit. Dabei geht es bei diesem Tool meiner Meinung nach mehr um die Planung der Platzierung von Bauteilen und Leiterbahnen um eine Vorstellung darüber zu haben wie groß die Platine sein MUSS.

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Eagle

Ist wohl das bekannteste unter den Platinen Layout Programmen. Es ist nicht für Lochraster-Platinen gedacht sondern zum Herstellen von Layouts für Platinen die geätzt werden. Es unterstützt mindestens doppelseitige Platinen. Durch eine Bauteil-Bibliothek und der Möglichkeit selbst Bauteile für den Editor zu designen sind einem praktisch kaum Grenzen gesetzt.
Es inkludiert einen Schaltplan-Editor mit dem man professionelle Stromlaufpläne in AutoCAD-Manier erstellen kann aus denen dann ein Platinen-Layout generiert werden kann. Von Leiterbahnwinkeln über die Breite nach Bohrungsdurchmesser bis hin zur Massefläche und Autorouter kann dieses Programm so ziemlich alles was man sich wünscht.
Allerdings ist dies auch gleich der große Nachteil. Jemand der das Programm nicht kennt und mal eben schnell eine Platine machen will wird sich daran die Zähne ausbeißen. Für dieses Programm muss man sich erst einmal die Zeit nehmen es kennen zu lernen. Schnell schnell gibts hier nicht.
Wenn man aber ein echtes Hobby in der Elektronik sieht wird man sich schon überlegen ob man es sich nicht zulegen sollte. Kleiner Hinweis: Die meisten Pläne die man auf http://www.mikrocontroller.net/ zu sehen bekommt sind mit Eagle gemacht worden…

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Flowcode

Bei diesem Programm gibt es nicht viel zu sagen. Es gibt eine Version für PIC und die Software ermöglicht das Programmieren von Mikrochips mit Hilfe von Flowcharts. Sprechblasenartig kann so relativ schnell und einfach ein Programm für Mikroprozessoren geschrieben werden.
Dabei bringt uns dieser Vorteil auch schnell zum Nachteil. Die Möglichkeiten bleiben dabei recht “rudimentär”. Mit diesem Programm lohnt es sich zu arbeiten wenn sehr einfache Programmabläufe geschehen sollen. Dann kann ich aber auch zu MPLAB greifen denn kleine, einfache Programme sind dort ebenso schnell geschrieben wenn man sich damit auskennt. Ich wollte es hier nur einmal erwähnen da ich ja auch Anfangs aus Verzweiflung nach solchen Alternativen gesucht habe.

 

MathCAD

Wer möglichst professionell arbeiten möchte… Dieses Programm berechnet ALLES.
Ich kenn es noch aus meiner Zeit in der HTL (hab ich nur 1 Jahr gemacht statt Poli).
Ich persönlich berechne die paar Sachen lieber mit Rechner sowie Papier und Bleistift.
Denn für die paar wenigen Sachen ein Programm zu verwenden das so ziemlich alles berechnet ist dasselbe wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Nebenbei kostet es auch noch viel Zeit sich einzuarbeiten weil es beinahe ebenso umfangreich gestaltet ist wie AutoCAD.

 

MPLAB & MPLAB X

Bei PIC-Microcontrollern wohl das am ehesten wahrscheinliche Programm mit dem Programmiert wird. MPLAB ist der Dinosaurier der nur Unter Windows funktioniert. Nicht mitgeliefert sind die Compiler die sich über die Hersteller-Seite aber für “Studenten” (also eh alle) herunterladen lassen.
Da allerdings mit Beschränkungen die ich nie kennengelernt habe. Die Vollversion des C-Compilers kostet was.
MPLAB X ist da schon etwas moderner. Es basiert auf Java. Was bedeutet dass ich es sogar unter Linux bereits ganz einfach zum Laufen gebracht habe. Die Compiler (und zwar alle) sind gratis Downloadbar auf der Hersteller-Seite. Vielleicht liegt das daran dass MPLAB X noch Beta ist…?
Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und die BETA ist zuletzt auch sehr stabil gelaufen und bietet einige nette Neuerungen wie zB. den Syntax-Check der bei uC-Programmierung noch recht selten ist.

Fritzing

Fritzing ist eines der genialsten Programme die ich je gesehen habe. Es ermöglicht die Erstellung einer Schaltung auf einem virtuellen Breadboard. Ganz so wie man beispielsweise vorher die Test-Schaltung aufgebaut hat. Und aus diesem Entwurf kann dann ein Platinen Layout generiert werden.
Nur noch Platinen Größe, diverse andere Eigenschaften wie Leiterbahnstärke usw. eingeben und den AutoRouter machen lassen. Auf Wunsch Doppelseitig. Und falls was nicht geht ist natürlich auch manuelles Routing möglich. Dadurch dass auch eigene Bauteile entworfen werden können (es werden nie alle Bauteile in einer Bibliothek zu finden sein) ist dieses Programm universell einsetzbar.
Dabei aber auch möglichst einfach gehalten.

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Processing

Ist eine Programmiersprache für Anfänger die auf Java basiert. Mit ihr ist es möglich recht schnell einfache Erfolge zu verzeichnen. Sie ist ausnahmsweise nicht für Mikroprozessoren gedacht, ist aber zB. ideal um einen Arduino über USB mit dem PC reden zu lassen. Gut. Das kann jede Programmiersprache. Der Vorteil liegt darin dass die Arduino-IDE grundsätzlich auf Processing basiert. Wenn man also die Arduino-IDE und die Processing-IDE vergleicht wird man sich fast die Frage stellen: Ist das vom selben Entwickler?

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Arduino

Nun sind wir endlich bei DER Weiterentwicklung der Mikroprozessor-Technologie auf die wir alle lange gewartet haben. Mit Arduino wird es quasi JEDEM ermöglicht die tollsten Dinge zu entwickeln.
Bei Arduino handelt es sich um ein Entwickler-Board für verschiedenste Mikroprozessoren.
Dabei ist aber immer eines gleich. Die Programmierung und die Entwicklungsumgebung.
Egal ob Windows, Linux oder MAC. Egal welches Arduino-Board verwendet wird. Die Programmiersprache, die Befehle und die Entwicklungsumgebung bleibt immer dieselbe.
Aber damit nicht genug! Es ist bezahlbar! Das Standard-Board kostet ~50 Euro. Aber wem das zu teuer erscheint kann sich die Platine auch selber bauen denn die Pläne sind OpenSource.
Man wird als Hobby-Bastler aber schnell drauf kommen dass das selbst bauen so einer Platine
den Arbeitsaufwand nicht wirklich rechtfertigt. Denn so teuer ist das Ding nicht, wenn es fertig gekauft wird. Und als non-plus-Ultra gibt es auch schon zahlreiche Librarys mit denen man bestimmte Bauteile oder Bauteil-Gruppen ansteuern kann indem man einfach die Librarys einbindet ohne das Rad gleich neu zu erfinden.
Ich kann an dieser Stelle nur sagen: Macht euch selbst einen Eindruck davon.

image   http://www.liquidware.com/system/0000/3648/Arduino_Uno_Angle.jpg

Raspberry Pi

Der Raspberry Pi ist eine ähnliche Revolution wie der Arduino. Damit gibt es den ersten Low-Cost Hosentaschenrechner. Ein PC um 30€ in Form einer kleinen Platine. Stark genug um HD zu dekodieren und ein Betriebssystem wie Linux zu unterhalten. Es kann praktisch als alles verwendet werden. Webserver, Heim-Automation, Steuerung von Elektronik, als tragbarer PC, Als Medien Center fürs Wohnzimmer und und und und. Dabei muss man aber bedenken, dass er kein Ersatz für einen Arduino/Mikrocontroller ist da er neben dem Programmablauf eines Phyton-Scipts noch das Betriebssystem bedienen muss. Zeitkritische Anwendungen wie der Betrieb eines LED-Würfels empfehle ich hier eher nicht. Es braucht nur kurz das Script stehen und die teuren LEDs sind durchgebrannt. Sehr wohl kann man ihn jedoch verwenden um über Pins mit dem Arduino/uC zu kommunizieren. So können Animationen zum Würfel übertragen werden bzw. von mir aus sogar der Würfel über eine Webseite steuerbar gemacht werden weil der Raspberry einen Webserver unterhält…
Damit sind dann endgültig kaum Grenzen mehr gesetzt. Wie kompatibel Arduino und Raspberry inklusive Arduino-Schields sind ist auch am Foto zu sehen.

http://makezineblog.files.wordpress.com/2012/12/alamode-01.jpg?w=500&h=375

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